Habe mal wieder eine frühe Ato-Uhr von Leon Hatot auf dem Tisch. Es ist eine Kurzpendeluhr mit dem hier abgebildeten Werk:

Man sieht: Sie läuft.
Hier eine Kurzbeschreibung der Kontakteinstellung.
Der Kontakt besteht aus 2 Teilen, einem Kleinteil, welches sich beweglich im Pendel befindet:

Das Teil ist - wie man sieht - sehr klein. Daher kommt auch meine Kamera ganz klar an ihre Grenzen. Die beiden Stifte bestehen einmal aus einem Messingstift. Der andere ist aus Gold und arbeitet mit einem anderen, feststehenden Stift aus Platin zusammen. Die Goldteile sind an sich immer verschlissen. Einfache Abhilfe: Goldstift herausschlagen, 90° drehen, wieder einschlagen. Fertig. Bis auf die Schwierigkeit, dass die Teile klein sind, ist es an sich einfach.
Der Gegenpart sieht so aus:

Beide Stifte lassen sich im Abstand einstellen, was wichtig ist. Dazu werden die hier sichtbaren Messingschrauben gelöst, der untere Kontaktteil ist durch Langlöcher verstellbar. Der Abstand der beiden Stifte (der eine, wie gesagt, aus Platin) muss so eingestellt werden, dass zu den Pendelkontakten als Kontaktabstand ca. 1/10mm eingehalten wird. Das nächste Bild zeigt das:

Der rote Pfeil zeigt auf den Kontaktabstand. So wird der Kontakt in der Hinschwingung geöffnet, weil die beiden Unedelmetallstifte aufeinanderkommen. Bei der Herschwingung wird der Kontakt geschlossen, der Strom fließt, die Spule treibt den Magneten an. Von oben auf das Pendel geschaut, sieht man diese Anordnung in Funktion:

Man kann den Kontaktabstand erahnen, bei dem vergrößerten Bild. Und das ist bei dieser Uhr noch einfach, denn es ist unter den frühen Uhren eine spätere! Bei den ganz frühen Uhren versperrt noch ein Bügel den Sichtweg von oben. So muss man alles vorher einstellen, dann einbauen und hoffen, dass es funktioniert...
Wer sich wirklich nur mit Großuhren beschäftigt hat, wird bei dieser "Großuhr" Schwierigkeiten bekommen, denn das eigentliche Werk hat auch nur "Taschenuhrgröße".
Frank